28./29.06.2025: Norddeutsche Meisterschaften U20 & U16
Am Wochenende, 28. und 29. Juni, fanden in Rostock die Norddeutschen Meisterschaften der U20 und U16 statt. Es waren einige Athlet*innen des BSV 1892 am Start. Für manche war es nur der Aufgalopp für die anstehenden Deutschen Meisterschaften, für andere der absolute Saisonhöhepunkt in den Einzeldisziplinen.
Carlotta und Adrian wurden von Marie und ihrem Papa mit dem Auto mitgenommen. Die Stimmung auf der Fahrt war positiv und ausgelassen. Ab dem Moment, als es nur noch etwa 10 Minuten Fahrtweg waren, merkte man dann doch die Aufregung von Marie und Carlotta. Im Stadion angekommen galt es für alle erst einmal, sich zu orientieren, wo ist der Stellplatz gibt es einen Callroom und wenn ja wo ist er und was sind die Callrommzeiten. Denn nach kurzer Zeit begann das Aufwärmen für die 100m von den beiden. Marie startete im siebten Vorlauf und hatte trotz aller Aufregung vor dem Startkommando einen super Start. Sie gewann ihren Lauf souverän in 12,69sec. Carlotta war direkt nach ihr dran (Vorlauf 8). Auch bei ihr merkte man die Nervosität deutlich. Mit 13,23sec erreichte sie leider nicht den Zwischenlauf, bestätigte aber ihre kürzlich aufgestellte PB.
Im Zwischenlauf wirkte Marie etwas entspannter. Das Prozedere mit dem Callroom kannte sie nun schon, außerdem gab es diesem Lauf viele bekannte Gesichter, sechs von acht Läuferinnen kamen aus Berlin. Marie setzte sich mit 12,64sec als Zweitplatzierte durch und bekam dafür ein großes Q und war im Endlauf. Für das Finale hieß es dann ein drittes Mal aufwärmen – jedes Mal mit nur wenig Pause dazwischen. Im Finallauf über die 100m hatte Marie einen Weltklasse-Start und lag bis 50–60 m auf einem Podiumsplatz. In der Nachbetrachtung meinte sie: „Ich war von meinem Start und davon, ganz vorne zu sein, so überrascht, dass ich verkrampft rannte, als die anderen näherkamen.“ Am Ende erreichte sie einen tollen 6. Platz mit 12,72sec.
Bevor Marie ein viertes Mal die 100m an diesem Tag laufen musste/durfte waren in der U20 zwei Athleten des BSV 1892 am Start. Jonas (U18) und Zacca starteten beide üder die 1.500m. Ein Lauf, gutes Anfangstempo, allerdings wurde es erst nach der 1.000m Marke richtig schnell. Unsere beiden waren gut mit dabei. Im Ziel konnte sich Jonas über die Zeit von 4:11,69min aber vorallem über die Bronzemedaille für Platz 3 freuen. Zacca kam direkt dahinter mit 4:12,32min auf den undankbaren 4. Platz.
In der 4x 100m-Staffel durfte neben Marie auch Carlotta erneut antreten. Für Melin war es ihre erste Disziplin. Leider ging bei der ersten Staffel die Übergabe von Startläuferin Melin auf Marie schief – der Staffelstab fiel zu Boden, und die Staffel musste aufgeben. Die zweite Staffel, mit Carlotta, meisterte alle Übergaben souverän und brachte den Stab in 51,65sec ins Ziel, was Platz 6 bedeutete.
Als letzte Disziplin des Tages standen die 300m an. Mit am Start war Melin, die sich trotz Enttäuschung wegen der Staffel aufrappelte, um noch einmal alles auf den 300m zu geben. Sie hatte innen eine gute Bahn für den Start bekommen und so ein Teil des Feldes vor sich. Allerdings hat sie die Bahn nicht nutzen können. Melin ist die ersten 100m sehr vorsichtig angegangen. Allerdings waren dann die restlichen 200m perfekt. Sie erreichte den 4. Platz mit einer Zeit von 42,88sec. Wenn sie mutiger losläuft ist sogar noch mehr drin.
Am Sonntag ging es mit den langen Strecken recht früh los. Vappu war in der wJU16 als erste über die 3.000m an der Reihe. Anfangs konnte sie in der großen Gruppe gut mithalten. Als das Tempo dann aber deutlich verschärft wurde musste sie abreißen lassen. Mit 11:16,96min kam sie auf Platz 6.
Bei der mJU16 war Anton am Start. Nach Feierlichkeiten am Samstag erst morgens von seinen Eltern aus Berlin nach Rostock gebracht, war die Frage was ging da noch, auch nach den beiden aufgegebenen 3.000m Läufen. Vom Start weg lief Anton an Position 2 oder 3, hielt sich aus allen Rangeleien raus, machte kein Tempo, lief einfach nur mit. Das klappte bis zum Schluss wunderbar und nach einem energischen Endspurt gewann Anton den Lauf. Er wurde mit 9:52,62min Norddeutsche Meister. Super Sache, etwas schade um die Zeit: es ist Norm für die Deutschen Meisterschaften allerdings eine Woche zu spät.
Für Lilia begann der Wettkampf am Sonntag mit Hochsprung. Beim Aufwärmen war die Stimmung gut. Als sie aus dem Callroom kam, merkte man jedoch die Aufregung. Das Einspringen lief dann noch gut, die Einstiegshöhe lag bei 1,40m. Sobald der Wettkampf begann, wurde es schwieriger: Der erste Versuch war ungültig, da sie direkt in die Anlage sprang. Der zweite Sprung war ihr bester, doch auch hier blieb die Latte nicht liegen. Im dritten Versuch war der Druck, es unbedingt schaffen zu müssen, natürlich riesig – leider konnte sie dem dann auch nicht standhalten und die Latte fiel zum dritten Mal. Normalerweise schaffte sie diese Höhe locker, bei niedriger Anfangshöhe und mehr Routine bei großen Wettkämpfen.
Nach einer längeren Pause, in der Lilia sich mental erholen konnte, startete sie über 800m. Der Start erfolgte in Bahnen, und mit ihr befand sich eine weitere Athletin in ihrer Bahn. Ihr Auftrag war es, sich direkt gegen diese Läuferin durchzusetzen – das gelang nicht ganz. Danach lief sie aber sehr gut weiter. Sie erreichte eine neue persönliche Bestzeit und den 8. Platz mit 2:25,41min.
Die nächsten über 800m diesmal in der U20 waren Zacca und Jannis (U18). In ersten und langsameren Lauf war zunächst Zacca an der Reihe. Gutes Tempo, Zacca mitten dabei, hinten alles gegeben und Vierter in 2:02,75min geworden. Jannis Lauf war quasi das gleiche nur rund 4 Sekunden schneller, also auch Vierter in 1:58,12min. In der Gesamtwertung war Jannis weiterhin auf Platz 4 und Zacca kam auf Platz 13.
Melin hatte am Sonntag zwei Aufgaben: die 80m Hürden und den Weitsprung. Der Hürdensprint lief Melin gut, mit einer Zeit von 12,29sec wurde sie in ihrem Vorlauf zweite. Leider reichte es damit nicht ganz für das Finale, sie verpasste den Einzug um 1/100 Sekunde. Schade.
Auch an diesem Tag hatte Melin die letzte Disziplin, den Weitsprung. Sie hatte eine sehr gute Serie, jeder Sprung von ihr war über 5m. In ihrem Letzten Sprung erreichte Melin 5,39m und schob sich mit diesem Sprung noch auf den dritten Platz vor.
Alles in allem war es ein gelungenes Wochenende für den Berliner SV 1892, vorallem wenn man bedenkt, dass fast alle Mädels aus der U16 noch W14 sind und bei den W15 mitstarten mussten. Wir gratulieren allen Athlet*innen zu ihren tollen Leistungen.
A.W. & C.R.