Jetzt zu Gurjas, mal abgesehen von der Zeit 10,07sec, lief für ihn der 75m Sprint unspektakulär. Jede Wette das demnächst die 9 vor dem Komma steht.
Beim Ballwurf wurde es dann für alle Beteiligten unterhaltsam, Gurjas setzte zum ersten Wurf an, alle schauten dem Ball hinterher, leider auch die Kampfrichter*innen die bei ca. 30m die Weite ablesen wollten. Wie das dann so ist, wenn Sohnemann mit Papa immer am Wochenende Cricket übt, flog der Ball weit über die Maßbandskala hinaus. Hektisch kam die Kampfrichterin angelaufen, Gurjas müsste seinen ersten Versuch leider nochmal wiederholen, sie würden jetzt ein weiteres Maßband auslegen, sodass es dann reichen sollte. Aber Kampfrichterin 1 hatte den Wurf bereits ungültig gegeben, war doch sein Fuß ein wenig auf die verhuschte Kreidelinie getreten. Der zweite Wurf landete dann „nur“ bei 51,00m.
Als nächste Disziplin stand dann der Weitsprung an, für Gurjas der erste Wettkampfweitsprung überhaupt. So galt es zumindest den Anlauf so durch die Probesprünge auszutarieren, dass er einen gültigen Versuch in die Grube bringt, dachte der Trainer, Sprung und Flugtechnik üben wir dann später im Training. Oder wir gucken uns gemeinsam mal die Sprung- und Flugtechnik eines guten Mitspringers an. Gesagt getan, mit am Ende 4,71m im zweiten Versuch hat er wohl einiges vom reinen Abgucken umsetzen können.
Dann ging es weiter zum 60m-Hürdensprint, Gurjas auf Bahn zwei hochmotiviert und aus der Erfahrung seines letzten und ersten Hürdenwettkampfes willens wieder ganz vorne mitzulaufen, setzte einen super Start hin, führte bei der ersten Hürde bereits, doch dann kam der zweite Schuss des Starters, Fehlstart auf Bahn drei. Gurjas war so in seinem Element, dass er bereits Hürde zwei übersprungen hatte, dann schoss der Starter zum dritten Mal, jetzt erschrak sich Gurjas etwas, stolperte und fiel in die Hürde drei hinein. Ein paar Körner und Hautfetzen auf der Bahn gelassen ging alles wieder auf Anfang. Am Ende glückte der Lauf in 10,32sec.
Und jetzt noch 800m? Aber so ist das im Block Lauf, fünf Disziplinen wollen absolviert werden und der Lauf zum Schluss kann eine Qual werden und wurde es für ihn. Er ging als zweiter in 1:10min bei 400m durch – der Trainer hatte 1:20 anpeilen lassen. Dann wurde es hart, drei weitere Läufer waren ihm dicht auf den Fersen, vor der letzten Kurve hatten sie ihn fast eingeholt, ab da sollte er, wenn er noch Luft hätte, etwas anziehen und den Endspurt beginnen. Das ging eigentlich nicht mehr, überholen lassen ging aber auch nicht. Also gab Gurjas alles damit die drei nicht vorbeiziehen konnten, leider gehörte dazu auch ein leichter Schlenker, in die Laufrichtung eines überholenden Läufers. Als zweiter schaffte er es dann ins Ziel, spätestens hier war klar, das war kein Schlenker sondern ein Taumeln. Zum Glück war der familiäre Fanclub, mit Wasser und stützenden Händen nicht weit. Die Freude über eine Zeit von 2:35,68min weilte nur kurz, der Kampfrichter kam hinzu, zückte die gelbe Karte wegen „Unsportlichkeit“. Das brachte etwas Verwirrung, hieß das jetzt Disqualifikation? Nein, es sollte als Ermahnung betrachtet werden, artig bedankte sich der Trainer beim Kampfrichter für den Hinweis und bat um Verständnis, denn es war überhaupt der erste 800m Lauf für ihn.
Barfuß auslaufen auf dem Rasen war dann eher ein ausgehen, aber es brachte Gurjas Zeit um für die Siegerehrung wieder fit zu sein. Denn mit 2.319 Pkt. und Platz 3 von 17 Startern im Block Lauf hatte sich das Warten für alle Familienfans gelohnt.
Glückwunsch an alle drei und wie würde der Berliner sagen: dat habta richtig jut jemacht!
S.R.